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Kleine Trüffelkunde
Nach den Untersuchungsergebnissen von Prof.
Dr. A. Ceruti gibt es circa 240 verschiedene Trüffelarten.
Ungefähr 55 dieser Trüffelarten finden sich in Italien
und wurden 1831 von Carlo Vittadini aufgelistet. Ein halbes Jahrhundert
später führte Prof. Oreste Mattirob Vittadinis Werk fort
mit dem Ziel einer Auflistung der verschiedenen vorkommenden Trüffelarten.
Im folgenden seien nun
15 der am häufigsten anzutreffenden Trüffelarten genannt:
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Balsamia
Vulgaris
Mit beigefarbenem Fruchtfleisch und übelriechend; kommt in Frankreich und
Italien selten vor. In Deutschland gelangt sie jedoch als Konserve in den Handel.
In größeren Mengen verzehrt gilt sie als giftig.
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Choiromyces
Meandriformis
(Mäander Trüffel in Deutschland), in Italien auch "Schweinetrüffel" oder "verrückte
weiße Trüffel" genannt; glatte, feinen, nusschalenfarbene Haut;
festes, helles Fruchtfleisch, durchzogen von feinen grauen Adern. Gekocht verliert
diese Trüffel ihre giftigen Substanzen. Sie kann mit Tuber Magnatum verwechselt
werden, im Gegensatz zu dieser Trüffelsorte kann die Schweinetrüffel
jedoch Vergiftungen verursachen, wenn sie in größerer Menge und ungekocht
verzehrt wird.
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Terfezia
Boudieri
(Synonym: Terfezia Leonis, Kahlaharitrüffel); wächst in Wüstengegenden
mit niedriger Vegetation, von Nordafrika bis zum Mittleren Orient. Die Hautfarbe
ist bei guter Reife dunkelbraun bis dunkelrot/schwarz; in anderem Reifezustand
weist sie einen gelbbeigen Nussfarbton auf. Ihre Hautstruktur ist glatt, jedoch
unregelmäßig. Das Fleisch ist gelb bis nussfarben, mit feiner weißer,
kurzer Faserstruktur. Der Geruch ist erdig bis kartoffelartig. Bei frischem Zustand
weist diese Trüffel einen leicht süßlichen Pilzgeschmack auf.
Kulinarisch gesehen ist diese Trüffel ohne Bedeutung.
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Tuber
Mesentericum Vittadini
oder "Trüffel di Bagnoli" genannt; die Trüffel ist zusammen
mit Tuber Aestivum die Trüffel mit dem nördlichsten Verbreitungsgebiet.
Sie findet sich in Mittelitalien, in der Normandie, in Mitteldeutschland und
England. Sie ist essbar, aber wenig gefragt, weil sie nicht besonders gut schmeckt
und leicht nach Desinfektionsmittel riecht. |
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Tuber
Macrosporum
Reift von September bis Mitte November; glatte dunkelrote bis schwarze Oberfläche;
riecht nach Bärlauch, gekocht schmeckt sie süßlich angenehm.
Tuber Maculatum |
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Tuber
Maculatum
wird im Sommer und zum Ende des Herbstes geerntet; ist zwar essbar, jedoch so
bitter, dass selbst der Gierigste auf sie verzichtet.
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Tuber
Moschatum Ferry
im Volksmund auch "Tartufo Moscato" genannt; schwarze, mit kleinen
Warzen bedeckte Haut; schwarzes Fruchtfleisch, von breiten Adern durchzogen.
Reift von Januar bis März und wird gerne mit dem Tuber Melanosporum oder
Tuber Brumale verwechselt. Unangenehmer Geruch. |
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Tuber
Excavatum
ist in ganz Italien bekannt; reif im August/September, mit stark knoblauchartigem
Geruch; ist ungenießbar. |
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Tuber
Uncinatum Chatin
ähnelt dem Tuber Aestivum; reift jedoch von Oktober bis Anfang Januar. Das
Fruchtfleisch dieser Trüffel ist braun und ihr Geruch ist kräftiger
und ähnelt manchmal dem Geruch von Steinpilzen. Unregelmäßige
Form, dunkelbraune, warzige Haut. Die Oberfläche weist eine hakenförmige
Struktur auf. Rangiert in der italienischen Gastronomie auf dem dritten Platz
nach dem Tuber Magnatum und dem Tuber Melanosporum. |
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Tuber
Aestivum Vitt.
Auch "Sommertrüffel" oder im Piemont auch "Scorzone" genannt;
reift von Mai an in der Provence, in Italien, Spanien, in der Türkei, in
Albanien, Ungarn, gelegentlich in Süddeutschland und sogar in England. In
gutem Reifezustand sehr angenehmer Duft: erdiger Pilzgeruch. Die Farbe des Fruchtfleisches
reicht von gelbbraun bis hellbraun. Die Adern sind wie beim Tuber Uncinatum geformt.
Dunkelbraune bis schwarze Haut. |
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Tuber
Indicum
oder Chinesische Trüffel; ähnelt sehr dem Tuber Melanosporum. Die Haut
dieser Trüffel ist dunkelrot bis dunkelbraun und glatter als beim Melanosporum.
Das Fruchtfleisch ist schwarz mit feinen, kurzen Äderchen und gummiartig.
Diese Trüffel wird seit Anfang des Jahrhunderts überwiegend nach Frankreich
importiert mit ca. 20 Tonnen jährlich. Seit ein paar Jahren wird sie auch
in Italien gehandelt. Der Tuber Indicum wird oft als Tuber Melanosporum verkauft,
ist jedoch von geringerer Qualität als diese. Wächst von Oktober bis
März; kommt in Nordindien, Nepal und Ostchina vor. Wird in Deutschland zur
Herstellung der Trüffelleberwurst verwendet.
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Tuber
Melanosporum
schwarze Trüffel, auch "Pregiato di Norcia" oder "Pregiato
di Spoleto" und in Frankreich "Schwarze Périgord-Trüffel" genannt.
Reift ab Mitte November bis März; unregelmäßige runde Form. Schwarz-violettes
Fleisch, von feinen weißen Adern durchzogen. Die Feinkörnigkeit dieses
Fleisches (erinnert an Parmesankäse) läßt keinen Zweifel an der
Echtheit dieser Trüffel. Ihre Oberfläche ist zunächst rötlich
und geht im Stadium der Reifung in ein tiefes Schwarz über. Sie ist mit
kleinen, sechskantigen Warzen übersät, was sie wie einen Diamanten
aussehen lässt. Zur Zeit der Reife ist sie nuss- bis faustgroß. Manche
Exemplare können über ein Kilogramm schwer werden. Leichter Kakao-
und Pilzgeruch. Vorkommen in Frankreich (Provence, Périgord, Burgund),
in Italien (Piemont, Lombardei, Ligurien, Venetien, Emilia Romagna, Marken, Toskana,
Umbrien, Abruzzen, Latium), Spanien, ehem. Jugoslawien, Albanien, Ungarn, Türkei,
Australien. Lebt in Symbiose mit Eiche, Nussbaum, Steineiche, Ginster.
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Tuber
Borchii Vitt.
große Ähnlichkeit mit dem Tantufo Bianco Pregiato und wird daher von
vielen unehrlichen Händlern als solche verkauft. Weiße, glatte jedoch
unregelmäßige Haut; weißes, violettfarbenes Fleisch. Größe
zwischen erbsen- und hühnereigroß. Lebt in Symbiose mit Buchen, Pinien,
Lärchen und Eichen, aber auch mit Ginstersträuchern. Reift im Winter
in Höhen bis zu 1600 Metern. Verbreitungsgebiet wie bei der Tuber Magnatum.
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Tuber
Magnatum Pico
Im Volksmund auch "Tartufo bianco del Piemonte", "Tartufo bianco
di Alba" oder "Tartufo bianco di Acqualagna" genannt. Die Königin
unter den Trüffeln; verdankt ihren Namen dem Torineser Arzt Pico, der sie
zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieb. Rundliche Form, die die Größe
eines Apfels erreichen kann. Das Fruchtfleisch ändert seine Farbe, je nach
dem, mit welchem Baum die Trüffel in Symbiose lebt. In Symbiose mit Pappel
oder Weide ist ihr Fruchtfleisch fast weiß, in Symbiose mit Eiche hellbraun,
mit der Linde hellbraun bis rötlich. Festes und kompaktes, von zahlreichen
weißen Adern durchzogenes Fruchtfleisch. Reift von September bis Anfang
Januar. Vorkommen im Piemont, Emilia Romagna, in den Marken, in Umbrien, Toskana,
den Abruzzen, Latium. Wird auch in Venetien, Istrien, Dalmatien und in Frankreich
(nördl. Périgord) gefunden. Intensiver Geruch nach Knoblauch, Chalotten,
Weichkäse. Wird in hauchdünnen, über die Speisen gehobelten Scheiben
serviert.
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Tuber Brumale
oder Wintertrüffel; Ernte von Januar bis März wie beim Tuber Moschatum
Ferry. Vorkommen ähnlich wie beim Tuber Melanosporum, wächst jedoch
auch nördlicher bis in den Alpenraum hinein, jedoch nicht im Tretin, der
Emilia Romagna und der Toskana. Kommt auch in Spanien und Frankreich vor. Die
Haut ist dunkelbraun bis schwarz und mit kleinen Warzen bedeckt. Das Fruchtfleisch
ist grau bis dunkelgrau, von breiten Adern durchzogen und zeigt eine leichte "Glasstruktur".
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