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Trüffelgeschichte
Die ersten Hinweise auf die Trüffel gehen
zurück auf das Jahr 3000 vor Christus und finden sich in Mesopotamien.
Seit jener Zeit wurde die Delikatesse bei den Gourmets so beliebt,
dass die abenteuerlichsten Vermutungen über Ursprung und Leben
der kostbaren Knolle angestellt wurden.
Theophrast stellte sich
vor, dass sie das leibliche Kind des Donners der Herbstgewitter
sei. Plinius fügte dem Donner und dem Gewitterregen noch die
Hitze hinzu und sah in der Trüffel das Ergebnis einer Geschwulstkrankheit
der Erde.
Nach der Ansicht von
Plutarch und Juvenal entstand die Trüffel aus dem gleichzeitigen
Einwirken vom Regen, Donner und Hitze auf mineralische Elemente.
Porphyrios, der behauptete,
die Trüffel sei eine Tochter der Götter, kam der Wahrheit
wohl am nächsten.
Apicius, der berühmte Koch Kaiser Traians und Verfasser
der bekannten Abhandlung «De re Culinaria», überlieferte
uns verschiedene Rezepte der Trüffelzubereitung.
Im
folgenden ein Beispiel aus seiner Rezeptsammlung:
*
Oenegarum in tubera: Piper, ligusticum, coriandrum,
rutam, liquamen, mel
vinum, et oleum
modice:
Oenegarumsauce für Trüffel: Pfeffer, Liebstöckel,
Koriander, Raute, Fischsauce, Honig, Wein und etwas Öl.
* Aliter Timum, satureiam,
piper; ligusticum, mel
vinum, liquamen et oleum:
Variante: Thymian, Bohnenkraut,
Pfeffer, Liebstöckel, Honig, Wein, Garum (Fischsauce) und Öl.
(Apicius 35 und 36)
Jahrhundertelang gab
man sich mit dem Genuß der Trüffel zufrieden, ohne in
ihre Geheimnisse eindringen zu wollen.
Erst zur Zeit der Renaissance
scheint die Trüffel die Neugierde wieder auf sich zu ziehen.
Franz I. macht sie zu einem Bestandteil der königlichen Tafel
und bringt sie in Mode. Sein Sohn, Heinrich II., vermählte
sich mit Katharina von Medici, die aus Italien neben der guten
Küche auch die Kunst des Servierens und der Tafeldekoration,
die den Franzosen bis dahin unbekannt war, mitbrachte.
Auch an den Tafeln des
Sonnenkönigs Ludwig XIV. wurden Trüffelgerichte aufgetischt.
Im Jahr 1699 weist Ray
auf das Vorhandensein von Samen (den Sporen) in der Trüffel
hin.
Im Jahr 1700 entdeckt
Tournefort den Fäulnisprozess, durch den diese freigesetzt
werden.
In Italien finden wir zu jener Zeit die Trüffel unter
der Bezeichnung «trifola»: weiße Trüffel
als Salat roh zubereitet. Der Höhepunkt der Trüffelzubereitung
findet sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich, wo
die köstliche Knolle bei keinem Bankett fehlte.
Brillant-Savarin nennt
die Trüffel den «schwarzen Diamanten der Küche».
Rossini nannte später die Trüffel «den Mozart
unter den Pilzen». Dank der Verdienste Pellegrino Artusis
und Luigi Carnacinas, großer Meister der italienischen
Küche, konnte die italienische Küche Schritt halten
mit der französischen.
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